Tornados in Deutschland

Aus aktuellem Anlass möchten wir an dieser Stelle einige Informationen zu diesen Naturphänomenen geben. Am Dienstagabend (09.06.09) richteten in Schleswig-Holstein mindestens zwei Tornados in Neumünster und bei Flensburg erhebliche Schäden an Wohngebäuden, PKW und der Vegetationan. Zuvor war am Sonntagabend ein Tornado über den Norden der Stadt Köln und Monheim hinweggezogen. Die Stärke der drei Tornados wird mit der Stufe F1 (entsprechend 118 bis 183 km/h, damit schwach) auf der sechsteiligen Fujita-Skala eingestuft. Tornados sind in Deutschland durchaus keine Seltenheit. In diesem Jahr sind bereits 11 bestätigte Tornadofälle in Deutschland bekannt und zusätzlich mehr als 30 so genannte Verdachtsfälle. Im Jahr 2008 wurden allein in Deutschland 43 Tornados registriert und von Tornado-Experten des Vereins Skywarn und der Unwetterzentrale bestätigt und analysiert.
Tornados können zu jeder Tages- und Jahreszeit auftreten. Sie sind in der Regel an stärkere Schauer- und Gewitterwolken gebunden. Besonders dann, wenn sowohl die Windrichtung und Windstärke mit der Höhe sich stark verändern, können sich Tornados bilden. Sie sind meist nur kurzlebig und überdauern nur wenige Minuten. In den meisten Fällen weisen Tornados einen Durchmesser von etwa 20 bis zu mehreren 100 Metern auf und sie können auf ihrem Weg eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Stärke der Tornados wird in sechs Stufen eingeteilt, der so genannten Fujita-Skala und reicht von schwachen Tornados der Stärke F0 und F1 bis hin zu den schwersten ihrer Kategorie der Stärke F5. Der stärkste in Deutschland bekannte Tornado der vergangenen Jahrzehnte steht aus dem Jahre 1968 zu Buche. Damals trat in Pforzheim (Baden-Württemberg) ein Tornado der Stärke F4 auf. In früherer Zeit sind auch bei uns schon Tornados der höchsten Stufe F5 aufgetreten, sie haben Windböen von schier unvorstellbaren 500 km/h und mehr erreicht!

Tornados bitte nicht mit Hurrikanen und Taifunen verwechseln. Hurrikane und Taifune weisen Durchmesser von einigen hundert Kilometern auf und können ganze Staaten verwüsten. Sie bilden sich über tropischen oder subtropischen Gewässern.

Bericht vielen dank an die Unwetterzentrale